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Ist die Finanzpolitik der Schweiz in der Coronakrise zurückhaltend? – IFF-HSG Working Papers

Tut die Schweiz genügend zur Stützung der Wirtschaft oder ist sie zu zurückhaltend? Welchen Beitrag soll und kann die Finanzpolitik zur Stabilisierung der Konjunktur leisten? Wie bedeutend sind die mittel- und langfristigen Belastungen für den Staatshaushalt und damit die Einschränkungen der künftigen Finanzpolitik?

Dem Wirtschaftseinbruch im Zuge der Corona-Krise wird mit einer aktiven Fiskalpolitik entgegengewirkt. Im Vergleich mit den EU-Ländern entsprechen die Schweizer Massnahmen zur Stützung der Konjunktur in etwa dem Durchschnitt. In Anbetracht des unterdurchschnittlich erwarteten BIP-Rückgangs der Schweiz stützt sie ihre Wirtschaft sogar überdurchschnittlich. Im Vergleich zu den Massnahmen, die als Reaktion auf frühere Krisen beschlossen wurden, hat die Schweiz bereits jetzt das umfangreichste Stützungspaket seit dem Zweiten Weltkrieg aufgelegt. Die Notwendigkeit von antizyklischen Massnahmen in Krisenzeiten ist weitgehend unbestritten. Weitere Massnahmen sollten in Anbetracht der Höhe, der bereits getätigten oder geplanten Ausgaben, nun sorgfältig mit ihren potenziellen Kosten abgewogen werden. Dazu gehören der möglicherweise prozyklische Effekt der diskretionären Massnahmen wie in der Finanzkrise, ein persistenter Anstieg der Verschuldung und die Gefahr eines verstärkten Moral Hazards. Wie unsere Analyse zeigt, wirken die automatischen Stabilisatoren in der Schweiz adäquat und stellen aufgrund ihrer raschen und nicht verzerrenden Wirkung das effiziente Kriseninstrument dar. In der Finanzkrise konnten die diskretionären Massnahmen ihre expansive Wirkung nicht entfalten, die automatischen Stabilisatoren jedoch schon.

Autor: Manuela Leuenberger

Datum: 26. Februar 2021